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Deeskalation – Nicht in jeder Situation gleich leicht

Juli 13, 2020

In einem einseitigen Beitrag für die Abendzeitung zum Thema „Alte Impfstoffe gegen das neue Corona-Virus“ sind mir zwei peinliche Fehler unterlaufen. Einen davon hat eine kritische Allgemeinärztin sofort bemerkt und ihren Unmut an die AZ-Redaktion übermittelt. Das unveränderte Kritikerinnen-Statement:

Sehr geehrtes Team der AZ-Redaktion, in der heutigen AZ auf Seite 6 versucht Autor Werner Stingl zu erklären , was ein Totimpfstoff ist : Dabei heißt es unter der Überschrift “ Mehr tot als lebendig“  , dass es einen Totimpfstofg gegen Hepatitis C gibt. Das ist grob falsch. Vermutlich war Hepatitis B gemeint. 

Ein Impfstoff gegen Hepatitis C wäre weltweit eine Sensation . Bitte dringend diesen Schmarrn korrigieren !

 

Da die kritische Leserin zweifellos Recht hatte, habe ich ihr freundlich geantwortet:

Sehr geehrte Frau Dr. L.

Sie haben vollkommen zu Recht auf meinen Fehler in der AZ vom Montag aufmerksam gemacht. Ich weiß natürlich, dass es gegen Hepatitis C keine  Impfung gibt und selbst die durchgemachte  und eradizierte Infektion nicht (ausreichend) gegen eine Hep C-Neuinfektion immunisiert. Es hätte selbstverständlich heißen sollen „Totimpfstoffe sind solche gegen Hepatitis A und B …“, wie Sie selbst ganz richtig bemerkt haben. Dennoch sollte ein solcher Tippfehler nicht passieren und ich ärgere mich selbst zutiefst, wenn mir so etwas sogar bei mehrmaligem Korrekturlesen entgeht. Ebenfalls nicht rechtzeitig aufgefallen ist mir ein zweiter Fauxpas, den mir mein Korrekturprogramm „reingezaubert“ hat und der mir beim Aufschlagen der AZ sofort, aber leider nicht vorher, ins Auge gestochen ist. Nämlich das „Bandim Health Project“ des Professor Aaby, das im Absatz „Gute Überraschungen …“ zum „Bandit Health Project“ geworden ist.

Ich habe mir 2014 mal in einer Glosse darüber Gedanken gemacht, warum man gerade in aktuell geschriebenen eigenen Texten Tippfehler und Verschreibungen immer wieder mal leicht übersieht. Wenn Sie zwei Minuten Zeit haben, lesen Sie sie doch bitte. Vielleicht amüsiert sie Sie ja ein bisschen und stimmt Sie etwas nachsichtig: https://dachauermoosgemooser.wordpress.com/2014/11/13/tiffpehler-und-andere-vershcreibungen/.

 In der Hoffnung, Sie als interessierte und kritische Leserin der AZ nicht verloren zu haben

 mit den besten Grüßen

Werner Stingl

 

Darauf die E-Mail-Antwort der Angeschriebenen: Supernette Antwort! Danke! ( Hab ja kurioserweise selbst in meiner Mail einen Tippfehler….) Ihre Dr. L.

 

Das nenn ich doch einen schönen Ausgang einer von mir blöd begonnenen Geschichte, der zeigt, wie ein paar nette klärende Worte bilateral entspannen. Vielleicht sollte ich daran denken, wenn mir auf der nächsten Autobahnfahrt bei 170 km/h während des eigenen Überholvorgangs wieder mal ein noch eiligerer BMW-Fahrer lichthupend im Kofferraum sitzt und ich kurze Zeit später an der nächsten Baustelle neben ihm zu stehen komme. Statt hämischer Applausgeste ein anerkennendes Daumen hoch für das gekonnte Fahren bei geringem Abstand mit hoher Geschwindigkeit? Sorry, das werde ich wohl noch üben müssen und ist zudem ein untauglicher Vergleich, zumal Frau Dr. L., anders als der antizipierte aggressive Drängler, unzweifelhaft Recht hatte. Ungerechte Nachsicht für den Drängler gäbe es höchstens, wenn Pauli der Pudel am Steuer säße. Aber das wäre schon wieder eine andere Geschichte.

 

(C) Bild: Birgit Matejka:  Tiergewordener Nachsichtgenerator – Pauli der Pudel

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